FH D

Fachhochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences

FB 6

Fachbereich Sozial-
und Kulturwissenschaften

Prof. Dr. Lilo Schmitz

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2012

Propädeutik / Projekt 2

Istanbul-Köln Ethnographische Feldforschung

Szenische und systemisch-lösungsorientierte Ansätze in der Sozialen Arbeit mit Einzelnen und Gruppen

Grundseminar methodisches Handeln in der Sozialarbeit / Sozialpädagogik

Propädeutik / Projekt 2
in Kooperation mit Frauke Zensen-Napieraj, M. A.

Prüfung:
P.1 (im WS) und P.2 (im SS)

Zeit:
Dienstag,
9:15 - 12:45 Uhr
ab dem 27.3., 4 SWS

Raum:
4.61

Inhalt:
Auch in diesem Aufbausemester lernen Studierende ausgehend von den vielfältigen Ansatz- punkten ethnografischer Feldforschung wissenschaftliche Methoden, wissenschaftliches Denken und Arbeiten kennen. Das große Thema in diesem Semester ist das Fremd- und Selbstbild des "Deutschen", wie es in Kontexten, die in Anlehnung an Appadurai als "Touristscapes" bezeichnet werden können, inszeniert und symbolisch gefasst wird. In der Seminararbeit und in Exkursionen an touristische Orte am Rhein werden sich die Studierenden dieses Feld theoretisch und forschungspraktisch erschließen und dabei beispielhaft wissenschaftliche Techniken erlernen. Studierende erproben Methoden des Zählens und Messens, der Datenaufnahme, der Beobachtung und Dokumentation. Anhand von Literatur- und Projektstudien recherchieren die Studierenden den Stand der Wissenschaft und Praxis zu den erforschten Themen und lernen das Erfahrene in anschlussfähiger und kompakter Form für sich festzuhalten sowie ihre eigenen Forschungen, Ideen und Theorien in einer wissenschaftlich anschlussfähigen Form zu präsentieren und zu diskutieren. Die Studierenden beschäftigen sich auch im Zusammenhang mit dem großen Projekt mit der gesellschaftlichen Rolle wissenschaftlicher Arbeit, ihrer Legitimationsfunktion und ihren Manipulationsmöglichkeiten. Sie werden angeregt ihre Forschungsfelder im Kontext gesellschaftlicher Bedingungen als im ständigen Wandel zu begreifen und beschäftigen sich mit alternativen Ansätzen kritischer und gesellschaftsverändernder Sozialforschung.

Voraussetzungen:
Besuch unserer Veranstaltung Propädeutik 1 im letzten Wintersemester

Arbeitsformen:
Vortrag, Literaturstudium, Recherche- und Feldforschungsübungen, Forschungsexkursionen

Prüfungsleistungen:
Teilnahme an vier kleinen Feldforschungsübungen, Teilnahme an der großen Exkursion, Vorbereitung und Präsentation der Arbeitsgruppenergebnisse mit Handout

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Istanbul-Köln Ethnographische Feldforschung
in Kooperation mit Prof. Dr. Swantje Lichtenstein

Prüfung:
IM.1

Zeit:
Donnerstag,
9:15 Uhr bis 12:45 Uhr,
ab dem 29.3., 4 SWS

Raum:
U1.81

Teilnahmebegrenzung:
Dieses Seminar ist auf 45 TeilnehmerInnen beschränkt. (Feldforschungs- und Rechercheübungen in Kleingruppen können nicht mit mehr TeilnehmerInnen durchgeführt werden.). Die Registrierung ist nur bis zum 24.02.2012 über das Internet möglich.

Inhalt:
Die Wohnform der Gegenwart ist die Stadt und die Metropole. Auf relativ engem Raum nutzen Menschen mit unterschiedlichstem Lebensstil, Einkommen und Einfluss Orte, Wege und Netzwerke. In der Sozialen Arbeit gehört die Erforschung dieser unterschiedlichen Lebenswelten zum professionellen Handwerkszeug. Ethnografische Feldforschung bezeichnet eine aus der Ethnologie und Kulturanthropologie stammende Forschungstradition in den Sozialwissenschaften, die neugierig, unvoreingenommen und methodisch vielfältig bestimmte Felder und kulturelle Szenen erforscht, und zwar in der Regel durch einen eigenen Aufenthalt der Forscherin im Feld, das sie aus der (immer auch randständigen) Position einer „Fremden“ ihr Forschungsfeld erkundet. Räume und Heimaten, Regionen und Ortbezogenheit existieren heute aber vielfach virtuell und nur symbolisch. Was früher nur für die Diaspora, das Exil, die Flucht untersucht wurde – das Leben in entfernten, vielleicht nie betretenen Räumen, imaginierten Welten, verflossenen Zeiten, die Beziehungspflege in räumlich voneinander weit entfernten transnationalen Netzwerken, all dies ist im Zeitalter der neuen Medien allgegenwärtig geworden. Um diese zwei unterschiedlichen Zugänge zu Orten (Feldforschung aus der Nähe und Feldforschung aus der Ferne), die im Alltag Sozialer Arbeit wie auch in der professionellen Arbeit mit Kultur, Ästhetik, Medien allgegenwärtig sind, im Rahmen des Studiums exemplarisch zu bearbeiten, haben wir die beiden Partnerstädte Köln und Istanbul ausgewählt. In Köln Können wir direkt forschen, für Istanbul sind wir in der Regel auf Feldforschung „aus der Ferne“ angewiesen. Feldforschung ist ein multiperspektivisches Geschehen. Je nach Rolle, Position und Interesse variiert die Perspektive auf das Feld, das erforscht wird. Verschiedene Perspektiven legen unterschiedliche Forschungsmethoden nahe:

Perspektiven sind beispielsweise:

  1. Das Feld als „objektiv“ vorhandenes, messbares und zählbares Geflecht von Orten, Gebäuden, Wegen, Prozessen, verankert in Tages- und Jahreszeiten, verwoben mit realen und virtuellen Kommunikationskontakten Auch dieser scheinbar objektive Blick ist selektiv – was ich beobachte, zähle, messe ist an meine Perspektive gebunden. Passende Methoden sind beispielsweise Studium von Landkarten, geographischen, meteorologischen Daten, Gebäude- und Straßendaten, Studium von Satellitenaufnahmen, Street View, Karten von Straßen und Wegen

  2. Das Feld aus dem Blickwinkel der Administration, als „objektiv“ dokumentierter Raum mit demografischen Daten und anderen Statistiken, der bestimmten gesetzlichen Vorschriften und deren An- wendungs-Gepflogenheiten (welche Vorschrift wird wo kontrolliert bzw. umgesetzt?) unterliegt und für den bestimmte Planungen der Verwaltung vorliegen. Passende Methoden sind beispielsweise Erforschung der gesetzlichen Vorschriften und der jeweiligen Umsetzung, Erforschung der durch die Verwaltung erhobenen demografischen und anderen statistischen Daten, Abfrage der Planung für das Forschungsfeld.

  3. Das Feld aus dem Blickwinkel der KritikerInnen der Administration, von kritischen Bürgerbewegungen, NGOs, regionalen und überregionalen kritischen Vereinigungen (Umwelt, Menschenrechte), Bürgerinitiativen u. ä., auch aus dem Blick der angewandten Sozialwissenschaften. Welche Kritik gibt es, welche Initiativen die Situation für Menschen zu verbessern Passende Methoden sind die Erforschung ihrer Medienpräsenz, ihrer Webseiten und anderer Veröffentlichungen.

  4. Das Feld aus dem Blickwinkel der dort agierenden Menschen. Auch hier handelt es sich nicht um eine gleichförmige Perspektive, sondern um eine Vielzahl von Perspektiven, die nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch beim gleichen Menschen in unterschiedlichen Kontexten und zu unterschiedlichen Zeiten differieren. Passende Methode sind vor allem Recherche von frei zugänglichen persönlichen Zeugnissen wie Fotos, Videos und Blogs im Internet, Tagebüchern, persönlichen Berichten, die später durch qualitative Interviews (z.B. biografisch oder themenzentriert) ergänzt werden können.

  5. Das Feld aus dem Blickwinkel von Vorurteilen. Welche (negativen und positiven) Vorurteile gibt es? Welche Zuschreibungsprozesse laufen mit welchen Wirkungen ab? Passende Methoden sind beispielsweise Heranziehung von Forschungsergebnissen der Stereotypenforschung zum Feld, Auswertung von Medien (Presse / Fernsehen) zum Forschungsfeld, Reiseberichte, künstlerische Produkte, qualitative Interviews.

  6. Das Feld aus dem Blickwinkel von ExpertInnen: welche Erfahrungen und Leitlinien haben ExpertInnen zum Feld? Die passende Methode ist hier die Recherche von Expertinnen-Wissen in Dokumenten und Veröffentlichungen, danach das ExpertInnen-Interview, z.B. per email.

  7. Das Feld aus dem Blickwinkel analytischer Sozialwissenschaften: Welche Theorien, welche vorherigen Forschungen existieren? Passende Methoden sind beispielsweise Literaturrecherche, Internetrecherche, Lektüre von Fachzeitschriften, Besuch von Tagungen zum Thema.

  8. Das Feld aus dem Blickwinkel von KünstlerInnen: Welche Strategien der Auseinandersetzung mit dem Feld und der Forschung findet statt? Was könnte eine künstlerische Perspektive für die Beobachtung hinzufügen? Welche Instrumente benützt eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Feldarbeit? Chancen und Einschränkungen der Medien

Die bei der Feldforschung aus der Ferne ausgewerteten Informationen bedienen sich unterschiedlicher Medien, seien es großformatiger Film oder YouTube-Video, Digitalfoto, Lomo oder aufwändige Schwarz-Weiß-Dunkelkammer-Arbeit, verschiedene Literaturgattungen oder Blogs, Studioaufnahmen oder Bootlegs, amtliche Statistiken oder Graffitis - alle haben alle ihre spezifischen Begrenzungen, die einen spezifischen Ausschnitt des Mensch-Seins zeigen, alle Medien haben aber auch ihre spezifischen Möglichkeiten. Aus meiner Sicht verlieren Kategorien wie „echt“ oder „ursprünglich“ bei einer solch vorurteilsfreien Betrachtung ihre Bedeutung: Je mehr Perspektiven und Facetten wir aufnehmen können, umso reicher und komplexer wird unser Bild der aus der Ferne untersuchten Wirklichkeit.

Arbeitsformen:
Kurzvorlesungen, Literaturstudium, Feldforschungsübungen, Internet-Recherchen, Diskussion, Gruppenpräsentation

Prüfungsleistungen:
Kleine Wissens-Klausur sowie Beteiligung an einem Gruppenbeitrag für ein geplantes Portfolio Istanbul - Köln

Basisliteratur:
Esen, Orhan & Lanz, Stephan: Self Service City : Istanbul, Berlin 2007

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Szenische und systemisch-lösungsorientierte Ansätze
in der Sozialen Arbeit mit Einzelnen und Gruppen

Prüfung:
A 1.1 (Didaktik sowie Methoden der Sozialarbeit/Sozialpädagogik)
S 2.1-3: Schwerpunkt: Beratung
S 3.1-3: Schwerpunkt: Bewegungs- und Erlebnispädagogik

Zeit:
19.-22.März und 2.-5.Juli, jeweils
9:00 Uhr bis 14:30 Uhr, 4 SWS

Raum:
1.60

Das Seminar setzt die Bereitschaft voraus, innerhalb von Kleingruppen in Beratung und szenischer Arbeit auch eigene (nach Wahl kleinere oder größere) Anliegen zu bearbeiten.

Teilnahmebegrenzung:
Dieses Seminar ist auf 45 TeilnehmerInnen beschränkt. (Einübung szenischer Gruppenverfahren ist nicht mit mehr Studierenden möglich). Die Registrierung ist nur bis zum 24.02.2012 über das Internet möglich.

Inhalt:
Aus dem großen Fundus der Ansätze systemischer Sozialer Arbeit werden in diesem Seminar schwerpunktmäßig szenische und systemisch-lösungsorientierte Verfahren vermittelt. Aufbauend auf den Traditionen von Jakob Moreno und Virginia Satir, Bert Brecht und Augusto Boal sowie der lösungsorientierten Arbeit nach de Shazer und Berg werden die emanzipatorischen und beraterischen Möglichkeiten szenischen Arbeitens erprobt.

Voraussetzungen:
Voraussetzungen für Aufbaumodule und Schwerpunkte siehe Studienordnung

Arbeitsformen:
Das Seminar ist ein Trainingsseminar. Nach jeweils kurzen Einführungen erproben und üben die Studierenden die vorgestellten Beratungs- und Arbeitsformen praktisch.

Prüfungsleistungen:
Mindestens 10 eigene Beratungsübungen bzw. Anleitung szenischer Arbeiten. Pro Blockseminartag werden in der Regel 3, immer aber 2 Gelegenheiten zu solchen praktischen Übungen gegeben. Zusätzlich stellen alle Studierenden in der 2. Blockwoche im Rahmen einer Kleingruppe eine der BegründerInnen szenischen Arbeitens vor (Gruppenpräsentation mit 1 Blatt Handout).

Basisliteratur:
eine Literaturliste wird im Seminar bekannt gegeben.

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Grundseminar methodisches Handeln in der Sozialarbeit / Sozialpädagogik

Prüfung:
G 1.1 (Didaktik sowie Methoden der Sozialarbeit/Sozialpädagogik)

Zeit:
Montag,
9:15 Uhr bis 12:45 Uhr
ab dem 26.03., 4 SWS

Raum:
3.24

Teilnahmebegrenzung:
Dieses Seminar ist auf 45 TeilnehmerInnen beschränkt. (Kleingruppen- und Beratungsübungen sind mit max. 45 Studierenden durchführbar). Die Registrierung ist nur bis zum 24.02.2012 über das Internet möglich.

Inhalt:
Exemplarisch werden in diesem Grundseminar zum methodischen Handeln in der Sozialen Arbeit klassische und neu entwickelte Handlungsansätze aus den Traditionen und Weiterentwicklungen von Sozialarbeit und Sozialpädagogik vermittelt. Ausgehend von den gesellschaftspolitischen und ethischen Grundlagen Sozialer Arbeit werden Handlungsprinzipien vermittelt, diskutiert und auf vielfältige Arbeitsfelder Sozialer Arbeit übertragen. Die Studierenden erhalten ebenfalls eine Einführung in die Grundlagen professioneller Gesprächsführung, die durch praktische Übungen vertieft wird.

Arbeitsformen:
Kurzvorträge, Diskussion, Kleingruppenarbeit zur Übertragung auf spezifische Arbeitsfelder, Präsentation der Diskussionsergebnisse

Prüfungsleistungen:
Klausur

Basisliteratur:
Leseempfehlungen werden im Seminar gegeben

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